Letztes Update Stand: 12.5.2026, Lesezeit ca. 2 min

CopeCart – Plattform? Vertragspartner? Beides?

Wer über CopeCart bucht, schließt oft nicht mit dem Anbieter, sondern mit CopeCart selbst einen Vertrag. Das hat mit Folgen für Widerruf und Rückzahlung. CopeCart weist Widerrufe regelmäßig zurück, gern mit zweifelhafter Begründung. Aber oftmals gibt es einen rechtlichen Ausweg.

CopeCart: Plattform für Coaches. Und sonst?

Surrealer Supermarkt mit Regalen voller menschlicher Köpfe mit Lavalier-Mikrofon, in der Mitte ein riesiger Einkaufswagen mit einem Kopf, symbolisiert eine Plattform, die Coaches verkauft.
Bild: KI, Prompt: Thomas Meier‑Bading

Es ist, als würde man den Coach kaufen und nicht den Kurs: Wer bei CopeCart einen Online-Kurs oder ein Webinar bezahlt, denkt, er kaufe beim Anbieter und Copecart sei der Zahlungsdienstleister. Naheliegend, schließlich steht dessen Gesicht auf den Videos davor. Aber Vertragspartner ist in vielen Fällen (aber auch nicht immer) CopeCart selbst. Der Anbieter erbringt dann die Leistung als dessen Subunternehemer, CopeCart wickelt die Zahlungen ab und ist rechtlich der Ansprechpartner, wenn etwas schiefläuft.

Praktisch für den Anbieter, manchmal aber nicht für den Kunden.

Die Konstruktion hat einen nachvollziehbaren Hintergrund: CopeCart übernimmt Zahlungsabwicklung, Rechnungsstellung, Steuer-Compliance. Der Anbieter muss sich um nichts davon kümmern. Das funktioniert reibungslos, solange alles gut geht.

Läuft es dagegen nicht gut, sollte man auf folgendes achten: Widerrufen Sie immer bei Ihrem Vertragspartner, das ist meistens CopeCart und nicht der Anbieter. Ist der Anbieter nicht Vertragspartner, wird er den Widerruf gar nicht entgegennehmen. Bis das klar ist, tickt die Frist weiter und CopeCart freut sich, jedenfalls erstmal, solange der Kunde nicht zum Anwalt geht, der das Wort „Anscheinsvollmacht” im Studium hatte.

Es gibt aber auch die andere Seite: hat der Anbieter seinen Sitz in Übersee (USA ist in letzter Zeit „in”), dann verklagt man einfach Copecart in Deutschland.

Widerruf abgelehnt – und jetzt?

CopeCart weist Widerrufe regelmäßig zurück. Das Widerrufsrecht sei erloschen, habe nie bestanden, sei irgendwo im Checkout weggeklickt worden, gern über Checkboxen, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Vieles davon ist nicht wirksam. Ich habe bereits 2020 erst mit gerichtlicher Hilfe erwirken können, dass CopeCart die Kursgebühren nebst Anwaltskosten zurück gezahlt hat. Es lohnt sich also, nicht einfach zu akzeptieren, was CopeCart behauptet.

Debtist Inkasso

Bild: KI, Prompt: Thomas Meier-Bading

Auch CopeCart setzt derzeit auf Debtist Inkasso. Damit sind wir wieder im allgemeinen Vertragsrecht, lesen Sie hier meine Seite zum Thema Inkasso.

Kurzfassung: keine Angst, Inkassobüros schicken Post, und zwar nur das. Da stehen nicht wie gern im Fernsehen dargestellt drei kahlgeschorene Herren mit Schäferhund vor der Tür und sagen: „wo ist Geld?”. Inkassobriefe sind oft dramatisch formuliert. Das ändert nichts an der Rechtslage. Wer die Forderung für unberechtigt hält, sollte das schriftlich mitteilen, und zwar dem Gläubiger, nicht nur dem Inkassounternehmen.

Welche Anbieter gibt es?

Über Copecart buchen jede Menge Anbieter, z.B. (Liste noch sehr unvollständig):

(bitte seitlich scrollen)

Nicht auf sich beruhen lassen

Wenn Sie über CopeCart gebucht haben und mit Widerruf, Leistung oder Rückzahlung nicht weiterkommen, schaue ich mir das gern an. In manchen Fällen werde ich auf Wunsch auch per Erfolgshonorar (Zahlung nur bei Erfolg) tätig.

Ein telefonisches Erstgespräch (10 Minuten) ist jeweils kostenlos.

Kontakt:

Sie erreichen mich zu den üblichen Bürozeiten per Telefon: 030/34060478, Whatsapp (Text): +4916091067827 oder E-Mail: anwalt@meier-bading.de RA Meier-Bading ist seit über 20 Jahren als Anwalt tätig
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