Elisha Crowd: Was steckt hinter der 'Sonne im Kopf'-Idee?
Sonne, Scheine im Kopf!
Elisha Crowd – unter diesem Namen läuft eine deutschsprachige Manifestations-Marke. „Sonne im Kopf” heißt die Idee. Über 10.000 Menschen soll er in Live-Events „transformiert” haben. 2026 sei das Jahr der „gewaltigen Energie” – wer jetzt nicht mitmacht, versinkt in „alten Mustern, Burnouts und innerem Druck.”
Die Entscheidung, auf welcher Seite man landet: 44 € im Monat oder 299 € im Jahr.
Wer kassiert die Scheine?
Wer die Manifestation Masterclass kauft, schließt einen Vertrag mit einer Sonne im Kopf S.L., Calle Azaleas 51, 29660 Marbella.. Der Name „Elisha Crowd” taucht dort nicht auf, nicht als „bekannt als” und auch nicht als Künstlername. Aber dafür ist ein Impressum da: zeigen, mit wem man es zu tun hat. Sozusagen eine spanische GmbH mit einem deutschsprachigen Publikum.
Die Masterclass enthält laut Beschreibung über 50 Module, monatliche Live-Calls, Meditationen, eine Dankbarkeits-Challenge, Silent Subliminals, eine „1.000 € Moneyfestation-Challenge” und eine Community. Gesamtwert laut Anbieter: „über 7.999 €”. Wie diese Zahl zustande kommt, ist nicht erklärt. Ob sie jemals verlangt wurde, weiß ebenfalls niemand.
Ist das wirklich nur ein Verkauf?
Der für mich zentrale Satz der Produktbeschreibung ist: „ein speziell von mir entwickeltes 5-Schritte-System, mit dem ich unter anderem in 7 Monaten über 500.000 € manifestiert habe”.
Wenn man mal nachrechnet, dann lassen sich die genannten 10.000 Teilnehmer bei 44 €/Monat und 500.000 Euro in sieben Monaten nur unter einen Hut bringen, wenn die allermeisten nach einem Monat wieder abgesprungen sind. Einerseits klar, dass man da nicht „500.000 verdient” schreiben möchte. Andererseits buchen auch nicht alle Follower gleich einen Kurs.
Vielmehr ist die Manifestation Masterclass offenbar nur der Türsteher für etwas Größeres, und zwar den Soul Business Tribe. Der taucht auf keiner öffentlichen Seite auf, ich kann jedenfalls keine Buchungsseite finden. Ein exklusiver Kreis Auserwählter also. Die Idee dahinter mag für einige passen: Wer herausfindet, was er mit Leib und Seele gern tut und daraus erfolgreich seinen Beruf mit voller Seele lebt, dem geht es am Ende sicherlich besser.
Der Tribe-Kurs wird aber dann zum Problem, wenn die Seele willig war, das Business aber trotz erheblicher Investitionen schwach. Wie hoch diese am Ende genau ist, weiß ich nicht. Was dort geboten wird, auch nicht. Dass es aber ziemlich teuer werden kann, lässt sich einer Trustpilot-Bewertung entnehmen, die das Wort „Preis" verwendet und dabei nicht klingt wie jemand, der gerade Fülle manifestiert hat.
Und wenn man die 500.000 Euro jetzt nochmal nachrechnet, wird klar: die 44 € im Monat sind nicht die eigentliche Einnahmequelle, die bringen vermutlich zusammen keine 100.000 €. Sie sind vielmehr die Qualifizierungsstrecke. Wer das bereit ist zu zahlen, den werden im Zweifel selbst ein paar Scheine nicht stören.
Stellenausschreibung: Setter gesucht
[Update 25.5.2026] Das Team von Sonne im Kopf sucht Setter für telefonische Verkaufsgespräche. Der Setter soll „Warme Leads qualifizieren und für unseren Closer vorbereiten”. Die Vokabeln sind typisch für die Coaching-Branche: ein „Lead” ist ein Interessent, der sich gemeldet hat. ein „Setter” prüft, ob der Lead zum Angebot passt, bereitet den Verkauf vor und bucht den Termin mit dem Closer. Ein Closer ist ein professioneller Verkäufer, er führt das eigentliche Verkaufsgespräch.
Der Setter verdient der Anzeige zufolge neben einem kleinen Grundgehalt 5 % Provision auf jeden abgeschlossenen Deal. Er soll herausfinden, welche Leads passen.
Wenn ich mir diese Stellenanzeige insgesamt so ansehe, frage ich mich: Soll hier wirklich geprüft werden, ob jemand passt – oder wer zahlen kann und will? Ein möglicher Wechsel von Skool-Kursen zu telefonischen Abschlüssen machte es für Kunden jedenfalls schwerer, hinterher nachzuvollziehen, was ihnen eigentlich versprochen wurde.
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