Warum niemand eine Gelddruckmaschine für 47 € verkauft
Wenn Sie eine Gelddruckmaschine hätten
Würden Sie sie für 47 € verkaufen? Niemals! Sie würden damit drucken, bis die Tinte leer ist. Genauer gesagt würden Sie gar nichts verkaufen – Sie würden mit dem Geld nur so um sich werfen.
Das Versprechen
Wie oft liest man Funnelwerbung: „Die KI arbeitet für dich.” „Einmal einrichten, dauerhaft Einnahmen”, „ohne Vorkenntnisse”. Das Versprechen ist immer dasselbe, nur die Produktnamen wechseln. Die Kernaussage: die Technik ersetzt Arbeit, Geld kommt nebenbei ohne weiteres Zutun.
Folgende Anbieter bewerben ein solches System:
Rechnen wir mal nach
Nehmen wir mal für Fall A ausgesprochen gute Werte aus solchen Funnels. 1.000 Personen sehen den Reel, 20 Prozent davon tragen sich irgendwo ein, 2 Prozent davon kaufen das Einstiegsprodukt für 47 €, macht vier Käufer = 188 € Umsatz – davon gehen Provision und Zahlungsgebühren ab. Real bleiben also vielleicht 90 € von den 1.000 Followern.
Das wäre die optimale Ausgangslage und deshalb endet kein solcher Funnel beim Einstiegsprodukt.
Direkt nach dem Kauf folgen Upsells – weitere Angebote, nur teurer. Von den vier Käufern nimmt vielleicht einer ein Zusatzangebot für 267 €, auch davon gehen wieder Provisionen ab, bleiben vielleicht weitere 150 €, zusammen mit den 90 von oben also ca. 250 € pro Runde. Wen man Glück hat, kauft später noch jemand ein Premiumpaket für 1.000 € aufwärts. Der Großteil des Umsatzes hängt also an einer Handvoll Leuten, die am Ende deutlich mehr ausgeben als die 47 € vom Anfang. Das Einstiegsprodukt ist daher kein Produkt, sondern nur ein Sieb, das zahlungswillige Kunden herausfiltert, damit man mit dem Rest weniger Arbeit hat.
Wer davon wirklich leben möchte (dann reden wir hier von 5.000 € Umsatz/Monat), muss jeden Tag einer neuen Werbung dabei sein. Das heißt: Reels produzieren, Verteiler aufbauen, Werbung schreiben, Kommentare beantworten, VSL, Landingpages usw. Davon ab gehen Kosten für die ganzen KI-Abos. Und wenn man statt 1.000 nun 10.000 Follower hat, skaliert das nicht 1:1 nach oben, sondern man bräuchte 10.000 homogene Follower, die alle gleich drauf sind - ansonsten sinkt nämlich die Quote.
Und nun rechnen wir mal in Fall B mit nicht so optimistischen Werten: 10% Response auf die Reels, 1% kaufen das Einstiegsprodukt, dann kauft nur einer für 47 € (=22 € Provision) und nach 10 Runden kauft einer mal einen Upsell. Dann sind wir bei 22 + 15 = 37 € pro Runde, das sind dann schon 6 Produkte pro Tag, die man bewerben muss.
Was KI damit zu tun hat
KI beschleunigt nur die Inhaltsproduktion ein bisschen: E-Mails, Reels, Videoskripte, Landingpages. Das spart ein bisschen Zeit, denn wirklich gut macht das die KI erst nach genügend Fummelei. Um wirklich Vertrauen aufzubauen, ist man trotzdem 3-4 Stunden am Tag beschäftigt – wohlgemerkt: wenn es gut läuft, Für Fall B bräuchte man das Sechsfache – es ist also mathematisch unmöglich, hier etwas zu verdienen, was man als Einkommen bezeichnen könnte. An den entscheidenden Stellen – Reichweite, Vertrauen, Kaufbereitschaft – ändert die KI nichts. Das ist kein „passives Einkommen”, das ist ein Fulltime-Job mit viel Selbstoptimierungsrhetorik drumherum.
Merke also: Eine Maschine, die wirklich Geld druckt, verkauft niemand. Was verkauft wird, ist die Idee einer solchen Maschine – und die Hoffnung, dass der Käufer das nicht zu genau nachrechnet.
Wer also ein „passives Einkommenssystem” für 47 € kauft, der erwirbt keine Gelddruckmaschine, nein: der ist selbst nur die Tinte.
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