Project Profit X – X ist irgendwann negativ
Wie hoch ist X?
Seit der Schule immer dieselbe Frage: „wie hoch ist x”? Beim Project Profit X fragt man sich das auch, aber am Ende weiß man nur so viel: X muss am Ende irgendwann negativ sein.
Der Ablauf wird wie folgt verkauft: Eine KI-Gelddruckmaschine berechnet im Hintergrund die möglichen Einnahmen. 53 bis 123 Euro täglich, ohne Website, ohne Social Media, ohne eigenen Content. Man müsse nur auf einen Button klicken, 20 Minuten einrichten – und das System arbeite für immer für denjenigen, der es betreibt.
Das Produkt wird von der Plattform Digistore24 vertrieben. Ersteller ist ein R. S., geschäftsansässig in einem Coworking-Briefkasten irgendwo.
Das Verkaufsvideo
Das Verkaufsvideo im Detail auseinanderzunehmen, sprengt hier den Rahmen. Von allerlei technischem Unsinn und klassischen Standardmustern im Direktmarketing wie erfundener Testimonials oder Fake-Scarcity mal abgesehen, stellen sich mir vor allem zwei Fragen:
Wie soll das bitte funktionieren? Wieso sollte jemand, der sich z.B. ein Video zum Thema „Mondlandung” ansehen möchte und (selbst wenn das technisch überhaupt ginge) durch das Internet auf einen „Cashlink” umgeleitet wird, wieso sollte der ein völlig anderes Produkt kaufen?
Wieso bekomme gerade ICH das Angebot? Wenn das Geld automatisch ohne irgendein Zutun beim Betreiber ankommt, wieso betreibt der Herr im Briefkasten das nicht gleich selbst? Wäre Menschenliebe der Grund, würde er es mir schenken.
Dieses ganze Video ist nur zusammengestellt, um technisch uninformierte Käufer zu beeindrucken.
Was kauft man wirklich?
Laut einem kursierenden Erfahrungsbericht besteht Project Profit X aus einem modular aufgebauten Videokurs über Affiliate-Marketing und KI-Tools, gegliedert in sechs Module. Das klingt nach einem seriösen Kursaufbau. Aber: Das verkaufte Produkt (eine KI, die automatisch Geld generiert) und das gelieferte Produkt (ein Lernkurs über Affiliate-Marketing) sind zwei grundverschiedene Dinge. Das ist wie wenn man Äpfel kauft und Kohlrabi bekommt - beides ist irgendwie rund, aber schon was anderes.
Wer 47 Euro für „Das virale Provisionssystem, das dir täglich automatisierte Einnahmen ermöglichen kann” zahlt und dafür einen Selbstlernkurs erhält, hat schlichtweg nicht das bekommen, was er erworben hat.
Das eigentliche Geschäftsmodell: Käufer werden Verkäufer
Das Affiliate-Partnerprogramm von Project Profit X war zum Zeitpunkt der Recherche ohne Zugangssperre öffentlich einsehbar. Dort finden sich:
- Fertige E-Mail-Vorlagen (10 Stück)
- Social-Media-Vorlagen
- Affiliate-Links zum direkten Einbinden
- Provisionsstruktur: 55-70% je nach Produkt
Das Muster darin ist klar erkennbar: Das falsch gelieferte Produkt lehrt noch nicht einmal das Affiliate-Marketing im Allgemeinen. Es lehrt, dieses Produkt selbst weiterzuverkaufen. Käufer werden zu Verkäufern.
Auf Instagram, YouTube und in zahlreichen Blogs finden sich jede Menge „Erfahrungsberichte” zu „Project Profit X”. Fast alle haben einen Affiliate-Link - diese sind also alles Wiederverkäufer. Dass so ein System mal irgendwann an seine Grenzen stoßen muss, sollte eigentlich jedem klar sein. Dann verkauft man gar nichts mehr, sondern hat (mit etwas Glück nur) 47 € für das Einsteigermodul ausgegeben. Und dann ist X nämlich negativ.
Was können Sie jetzt tun?
Der Vertrag wurde einerseits nicht erfüllt und ist anderersit aus verschiedensten Rechtsgründen unwirksam. Man bekommt also sein Geld zurück.
Schreiben Sie Digistore24 GmbH an. Digistore24 ist der Vertragspartner – nicht der Anbieter. Soll sich Digistore24 mit dem Herrn im Briefkasten herumschlagen! Der Kaufvertrag besteht mit Digistore24, das steht auf jeder Bestellseite.
Fordern Sie Ihr Geld zurück und setzen Sie Digistore24 eine Frist. Wenn das nicht reicht, beauftragen Sie mich gern gegen Erfolgshonorar: 20% nur bei Erfolg.
Übrigens: Digistore wird sich seinen Schaden inklusive Anwaltskosten schon von demjenigen erstatten lassen, der die Provision kassiert hat. Dann kann X sehr negativ werden.
Kontakt:
mit 267 google-Rezensionen
Bewertung: 5,0 ⭐⭐⭐⭐⭐