3 Magic Abundance Plan: Lorbeerblatt und Geldzauber
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Kay und das Märchen vom Magic Abundance Plan MAP

Kay F. verkauft den Magic Abundance Plan MAP als 14-Tage-Programm für Fülle und Manifestation. Er verspricht finanzielle Fülle durch spirituelle Methoden. Doch hinter den Ritualen und Meditationen verbirgt sich ein klassisches Verkaufssystem mit Rabatten, Provisionen und weiteren Angeboten. Erfahren Sie, wie die Strategie funktioniert und was an einer märchenhaften Geschichte dran ist.

Was ist der Magic Abundance Plan?

Ein Tisch in einem Hexenhaus mit Rabe, Tiegel, Kräutern und einer Kristallkugel, in der sich Uncle Sam spiegelt, mit Gold in der Hand.
Bild: KI, Prompt: Thomas Meier-Bading

Es war einmal eine „Moderne, abenteuerlustige Hexe”, der das Geld ausging. Was tut eine moderne Hexe? Sie meldet eine Firma in Florida/USA an, baut eine Webseite, streut Freebies unters Volk, und fragt Claude nach einer rührenden Geschichte mit einem Ritual – sagen wir mal: mit einem Lorbeerblatt, das ist so schön mystisch. Dann verschickt sie die Geschichte per Mail und verkauft sie als Ritual für 97 Euro.

So ungefähr liest sich die Verkaufsmail von Kay F. für ihren Magic Abundance Plan: Ein mit 10.000 € beschriebenes Lorbeerblatt, weil jemand 10.000 € braucht. Dann ein Vater, der seiner Tochter zufällig genau 10.000 Euro in bar in die Hand drückt. Das Universum habe reagiert, schreibt sie. Wer den spirituellen Lack abkratzt, findet darunter ein handelsübliches Online-Produkt – und einige Fragen, die die Verkäuferin lieber nicht beantwortet.

Ja, Die Geschichte mit dem Lorbeerblatt ist gut erzählt. Kay schreibt selbst, es liege weder am Zufall noch am Lorbeerblatt. Und dann verkauft sie genau diese Geschichte als Kaufargument. Aber beides gleichzeitig widerspricht sich.

Das Spiel mit den Bedürfnissen

Der Magic Abundance Plan (kurz: MAP) läuft 14 Tage. Inhaltlich gibt es tägliche Impulse, Meditationen, Rituale, eine „Re-Coding Meditation” und zwei Live-Calls. Was davon konkret passiert, bleibt auf der Landingpage bewusst offen. „Lebensverändernd” und „grenzgenial” sind keine Leistungsbeschreibungen.

Auf der Landingpage steht: „Bei der letzten Runde haben 10 Frauen über 25.000 Euro in 14 Tagen generiert." Kein Beleg, kein Kontext, keine Angabe, ob das Einnahmen waren, die ohnehin geflossen wären. Das ist ein Einkommensversprechen ohne jegliche Grundlage - und ehrlich: ich will nicht glauben, dass die allein durch Wünsche ans Universum entstanden sind.

Vertrieben wird das Ganze übrigens über GetOiling, eine Plattform ausschließlich für Young-Living-Distributeure, und Kay ist eine davon. Die Öle im Kurs seien optional, heißt es – aber: wer sie kauft, landet automatisch in Kays Young-Living-Vertriebsliste und bringt ihr eine Provision ein.

Preise mit Tarnung

Die Verkaufsmail nennt keine Preise, sondern Rabattcodes. Der Preis erscheint erst nach Eingabe im Checkout. Und dann wird klar, warum: Der Code halbiert den Basic-Preis von 197 auf 97 Euro. Andere deklarieren sowas mit „197 € 97 €” - aber wäre ist ja ganz vielleicht irreführend und mit so einem Rabattcode wirkt es doch gleich viel persönlicher.

97 Euro für 14 Tage Impulse und Meditationen – das ist kein Niedrigpreis aus Großzügigkeit. Wer will, zahlt sogar 17 Euro im Monat über ein halbes Jahr. So klein, dass man kaum hinschaut. Das alles hat einen tieferen Sinn: Wer bei diesem Betrag zögert oder nachfragt, ist keine geeignete Kundin für das, was danach kommt – Retreats, das „Magic Life"-Programm, Higher-Ticket-Angebote.

Was bleibt also vom Märchen?

Wenn man mal alles Mystische herausrechnet, dann filtert der MAP also nur die Kundinnen für den weiteren Funnel. Wer sich durch eine rührende, aber unlogische Geschichte zur Zahlung von 17 €/Monat überreden lässt, dem kann man doch viel mehr verkaufen als denen, die erstmal drüber nachdenken. Insbesondere, wenn schon jetzt die Zahl 10.000 € in den Raum geworfen wird, trifft mich so eine Vorahnung, was ein Kurs bei Kay kosten könnte. Das Spiel mit den Wünschen und Bedürfnissen der Leserinnen spart so am Ende jede Menge Support – denn am Ende geht es doch vermutlich auch hier in Wahrheit entweder um ein Online-Coaching oder aber nur ums Öl.

Wer feststellt, dass das Programm dann doch nichts für einen ist, der kann ganz einfach widerrufen. Die Widerrufsbelehrung fehlt zwar, aber das ist nicht relevant. Verbraucher haben trotzdem ein Widerrufsrecht – sogar noch länger.

Und wenn Sie widerrufen haben, dann sparen Sie noch heute.

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