-2 Sales-Funnel und MLM: So funktioniert die Manipulation

Sales-Funnel, Upsell, Provision – wie Online-Kurse funktionieren

Sales-Funnels, Upsells, Provisionen – wie funktioniert das eigentlich? Ein fiktives interaktives Beispiel zeigt 28 Manipulationstricks eines typischen Online-Kurs-Funnels, von Instagram bis zum Checkout. Mit psychologischen Hintergründen, juristischen Einordnungen und einem Blick auf die MLM-Stufe dahinter.

ein fiktiver Sales-Funnel

Eine Portion Ramen-Nudeln in einem Trichter aus Porzellan, unten fallen goldene Münzen heraus
Bild: KI, Prompt: Thomas Meier-Bading

HINWEIS: Sehr vieles auf dieser Seite ist illegal, insbesondere alles in Stufe 2. Der Beitrag veranschaulicht nur zum direkten Nachfühlen, was vielfach im Internet passiert.

In folgendem Beispiel zeige ich, wie so ein Sales-Funnel funktionieren kann. Als Aufhänger nehmen wir eine völlig simple Sache: Packung Ramen-Nudeln auf, heißes Wasser drauf, fertig. Wie man das so pimpen kann, dass ein kompletter Sales-Funnel entsteht, der heißes Wasser für 27 € verkauft, können Sie hier live nachverfolgen. Ganz ähnliche Funnels werden auch oft beim Online-Coaching genutzt.

Der Funnel beginnt – wie fast immer – mit einem Instagram-Reel. Von dort geht die Reise über eine Opt-in-Seite, eine Bestätigungs-Email und eine klassische Verkaufsseite bis zum Checkout mit Upsell.

Die dunkelblauen Schaltflächen ℹ Trick #… sind anklickbar: Sie erklären den jeweiligen Manipulationsgriff – psychologisch und, wo relevant, juristisch. Am Ende gibt es eine Gesamtübersicht aller 28 Techniken.

Dieses Beispiel hat mir übrigens Claude.ai in unter einer halben Stunde zusammengebaut, mit Nachfriemeln natürlich mehr. Es hat gezeigt, wie man ein bisschen heißes Wasser für 27 € und noch ein Upsell für 47 € verkaufen kann: der Kunde weiß schlichtweg nicht, was er bekommen soll - er kauft nicht das Produkt, sondern nur seine Illusion von dem Produkt. Darauf wird er so richtig heiß gemacht.

Stufe 2: das Pyramidensystem

HINWEIS: Diese Stufe 2 ist komplett illegal. Der Beitrag dient nur der Veranschaulichung.

Stufe 2 aber ist nun noch ein paar Grad heißer: wir verkaufen nicht mehr das heiße Wasser für 27 €, sondern wir verkaufen das komplette System als Provisionssystem: wir zahlen Leuten 70% Provision dafür, dass sie anderen Leuten genau das System mit dem heißen Wasser verkaufen. Dann verdienen wir nicht 27 € pro Kunde, sondern wir verdienen einmal 27 € und dazu 8,10 € pro dessen Kunde. Wenn unser Kunde also selbst 20 Kunden hat, verdienen wir 189 € (27 + 20 × 8,10 ). Und das alles, ohne am Ende auch nur ein Gramm heißes Wasser zu liefern.

Damit unser Kunde anderen das System verkauft, stellen wir ihm keine Nudeln in Aussicht, sondern ein Einkommen. Dafür machen wir wieder solch einen Funnel wie in Teil 1 beschrieben, nur diesmal mit einem Einkommen statt Nudeln. Ob es das Einkommen am Ende tatsächlich gibt, ist uns egal: denn wie gesagt kauft der Kunde gar nicht das Produkt, sondern nur seine Illusion von dem Produkt.

Bild: KI, Prompt: Thomas Meier-Bading

Wenn diese 20 Kunden jeweils wieder 20 Kunden werben, sind das bereits 400 weitere Verkäufe – 3.429 € für uns (27 + 420 × 8,10), ohne weiteres Zutun. So etwas nennt man ein Pyramidensystem.

Das Problem: Nach sechs solcher Runden hätte man rechnerisch dann schon mehr Kunden als Deutschland erwachsene Einwohner hat. In der Realität bricht die Pyramide aber lange vor Runde sechs zusammen, weil der Markt gesättigt ist und weil die meisten Verkäufer schlichtweg nichts verkaufen. Nur derjenige oben an der Spitze verdient damit Geld. Die dazwischen verdienen je 351 € (20 × 18,90 - 27 €), die letzten verlieren jeder 27 €.

Und genau deshalb sind solche Pyramidensysteme auch verboten.

Nochmal zur Klarstellung

Stufe 2 wäre komplett illegal, Stufe 1 in großen Teilen. Der Beitrag dient nur der Aufdeckung. NICHT NACHMACHEN!

Kontakt:

Sie erreichen mich zu den üblichen Bürozeiten per Telefon: 030/34060478, Whatsapp (Text): +4916091067827 oder E-Mail: anwalt@meier-bading.de RA Meier-Bading ist seit über 20 Jahren als Anwalt tätig
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