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Warnung vor: Branchenbuch der Region (DEMA, Lexfati)

  
Mittwoch, den 05. September 2012 um 09:43 Uhr

der nächste bitte: noch ein Branchenbuch mit der Premiumeintrags-Masche

Ungeachtet des BGH-Urteils VII ZR 262/11 geht das nächteBranchnbuch der Region Branchenbuch auf Kundenfang, und zwar mit einer altbekannten Masche. Dazu werden massenhaft Faxe an Unternehmer und Freiberufler geschickt (Klick auf Bild für größere Version), die den Eindruck erwecken sollen, man müsse ein paar Daten für die bekannten Gelben Seiten kostenlos updaten. Drei Mal in dem Schreiben und noch einmal in dem Vorblatt wird darauf hingewiesen, dass bereits der kostenfreien Standardeintrag freigeschaltet sei und nun Daten korrigiert werden sollten. Dazu wird offenbar ein wenig Werbung für einen Premiumeintrag gemacht.

Insbesondere fehlt die Telefonnummer - die die Telekom ja eigentlich haben müßte - und ohne die ein Branchenbucheintrag im Übrigen herzlich wenig Sinn macht.

Und siehe da: im Kleingedruckten steht, dass man mit seiner Unterschrift bereits den Premiumeintrag bucht, der drei Jahre lang 960 € netto kosten soll. Die Firma ist also der Meinung, dass man mit seiner Unterschrift einen Vertrag über mindestens 3.427,20 € abschließe. Und hier kommt wieder der BGH ins Spiel: solche Klauseln sind überraschend und daher unwirksam (der BGH hat allerdings zu einer anderen Firma entschieden). Sehr interessant ist auch, dass sich der Premium- vom Standardeintrag allein dadurch unterscheidet, dass man den einen unterschreibt und den anderen nicht.

 

allgemeine Warnsignale

In diesem Fax finden sich sehr schön einige deutliche Warnsignale, über die man stolpern sollte:

- es ist eine Faxnummer im Ausland benannt (konkret verweist die 0 044 2031 630 940 nach Großbrittanien)

- als Absender taucht eine Firma im Ausland auf (konkret die Lexfati S.R.L. in MD-2036 Chişinău, Moldavien)

- schon die Rechtsformen SRL, sro, Ltd oder gar gar keine Rechtsform sind grundsätzliche Warnsignale

- die Telekom (also: die Deutsche Telekom Medien GmbH) hat Ihre Telefonnummer - warum sollte ausgerechnet die fehlen?

- in dem Beiblatt wird "Druck" gemacht, man solle die Daten korrigieren. Die Telekom würde hier allenfalls einmal schreiben, wenn überhaupt.

Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, lesen Sie unbedingt das Kleingedruckte. Wenn Sie nicht genau wissen, ob ein Schreiben in Ordnung ist oder nicht, nutzen Sie gern meinen Dienst "Betrugs-Radar" aus meiner App "Anwalt im Handy". Für Android-Geräte. Da bekommen Sie mit wenigen Klicks eine Antwort, ohne zeitaufwändige Recherche.

 

Updates zu Lexfati und DeMa

[Update 16.5.2013]: die DeMa Debitoren Management GmbH&Co.KG aus Neustadt an der Aisch (Tel: +49 9161/8942588) meldet sich mal wieder. In der heutigen Zahlungserinnerung werden mehrfach "entsprechende Maßnahmen" angedroht. Worin genau diese bestehen sollen, wird nicht dargelegt. Vielmehr werde man die eigene Rechtsabteilung mit einem Inkasso-Verfahren beauftragen. Worum genau es sich allerdings bei einem "Inkassoverfahren" der Rechtsbteilung handeln soll, bleibt ebenso unklar. Vermutlich soll es nur wahnsinnig brenzlig klingen, damit soll wohl der Empfänger eingeschüchtert werden. Also: nicht zahlen!

 

Amts Gericht Schöneberg DEMA[Update 16.5.2013]: das Amtsgericht Berlin-Schöneberg erteilt der DeMa im Rahmen eines Terminsbeschlusses (Az. 12 C 91/13) den Hinweis, dass es den Kostenhinweis auf dem Formular für überraschend hält (Klick auf Bild für größere Version). Das Gericht spricht von einem Überrumpelungs- und Übertölperungseffekt. "Nach der gesamten Aufmachung des verwendeten Formulars mußte der Kläger hier nicht mit einer solchen Entgeltklausel rechnen", führt das Gericht aus. Ein Mandant hatte gegen die DeMa Debitoren Management GmbH & Co. KG aktiv Klage erhoben: das Gericht möge feststellen, dass die angebliche Forderung der DeMa nicht besteht.

[Update 21.8.2013]: heute war Gerichtstermin. Ende vom Lied: der Anwalt der DeMa erklärte zu Protokoll: "ich erkenne die Klageforderung an". Die DeMa erkennt also an, dass ihre so vehement geltend gemachte Forderung gegen meinen Mandanten (der übrigens sogar als Rechtsanwalt dem Irrtum unterlegen war) nun doch nicht besteht. Mein Rat an die DeMa fürs nächste Mal: im Vorfeld verzichten geht schneller und erspart Ihnen die Kosten eines Prozesses.

 

[Update 7.10.2013]: die DeMa verliert am AG München, Az 251 C 10725/13, Urteil vom 27.9.2013. Hinter dem Link finden Sie einen ausführlichen Kommentar.

[Update 14.5.2014] Die DEMA ist insolvent.

 

 

schon zu spät - kommt man wieder raus?

Hierzu habe ich eine Sonderseite eingerichtet, wie man sich als Gewerbetreibender oder Freiberufler wehren kann. Achtung, es laufen Fristen!   Und schicken Sie keinen "Widerruf"!

 

Fazit

Wer sich hier viel Ärger ersparen will, unterschreibt das Formular besser nicht. Wem das passiert ist, der sollte sich relativ leicht durch eine Anfechtung wieder lösen können, allerdings muss man hier zumeist etwas Hartnäckigkeit zeigen. Wenn man es definitiv klären möchte, muss man die Dema verklagen. Das ist durchaus Erfolg versprechend.

 

 

Lassen Sie sich nicht von den Gegnern verunsichern! Lassen Sie sich auf der kostenlosen hotline Hotline oder unter hotline@kanzlei-thomas-meier.de weitere Informationen geben.



 





Aktualisiert ( Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 11:24 Uhr )
 
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