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Begriffe und Erklärungen

  
Montag, den 19. Juli 2010 um 17:47 Uhr

was heißt denn schon wieder "Filesharing"? Was ist eine IP-Adresse? Verständlich erklärte Antworten auf diese Fragen finden Sie hier. Weitere folgen natürlich bald.

Achtung! die Erklärungen sind z.T. bewußt nicht ganz juristisch korrekt. Hier kommt es vor allem auf eine verständliche Erklärung an, nicht um absolute Rechtssicherheit.

Alice, iPhone, O2 sind Marken anderer Anbieter. Alle genannten Marken gehören den jeweiligen Eingentümern.

Anschlussinhaber

[Bitte zuerst Erklärung zu "IP-Adresse" lesen]

Wie kommt man nun von der IP-Adresse auf Herrn Schultze? Ganz so einfach ist es nicht, wenn man nur die IP hat. Man kann mit technischen Mitteln ganz schnell feststellen, dass die IP aus dem Vorrat von T-online stammt. T-Online wiederum weiß anhand der Zugangskennung des Vertrages, welcher Anschlussinhaber sich wann angemeldet hat und wer wann welche IP-Adresse hatte. Also muss man bei T-Online nachfragen. Die sagen aber nichts freiwillig. Die Musikindustrie verklagt also T-Online, dass sie die Daten herausgeben müssen, was dann auch passiert. Darum wird dann der Anschlussinhaber angeschrieben. Das muss nicht die selbe Person sein, die tatsächlich irgendetwas getan hat (das sind oft die jugendlichen Kinder), sondern es ist immer der Vertragspartner des Providers - also Herr Schultze.

Selbst wenn Herr Schultze zu der Zeit im Urlaub war, haftet er als Störer, denn er muss sichergehen, dass von seinem Anschluss keine Gefahr ausgeht. In etwa wie bei seinem Auto. Wenn er das an seinen Sohn verborgt, haftet er als Halter parallel für einen Unfall.

bittorrent

Eine Unterart des Filesharing bzw: ein Programm, das man hierzu benutzen kann.

Filesharing

Oder auch "Tauschbörse" oder "p2p-Netzwerk": hier teilen sich mehrere Nutzer bestimmte Dateien und verbreiten diese Dateien untereinander. Was in den Dateien drin ist, ist egal. Es kann Musik sein, es können auch Filme sein oder eine Excel-Tabelle. Oder ein Bild. Diese Dateien liegen nicht wie z.B. eine Internetseite auf einem zentralen Rechner, sondern sie liegen bei den Computern der Teilnehmer verstreut. A hat das eine Lied, B das andere und C ein drittes.

Problematisch wird es, wenn die Dateien Informationen enthalten, die urheberrechtlich geschützt sind, wie z.B. die meiste Popmusik. Dann darf man sich die Dateien nämlich nicht teilen (jedenfalls nicht in einem Netzwerk, wo jeder X-Beliebige dran teilnehmen darf). Wenn man hier erwischt wird, dass man in aktiver Weise geschützte Popmusik verbreitet, wird man behandelt wie ein Schwarzkopierer. Das Dumme ist nur: die Dateien liegen ja auf allen Rechnern verstreut. d.h.: wenn man etwas herunterlädt, bietet man es zugleich an. Darum darf man dort keine Werke herunterladen, die urheberrechtlich geschützt sind. Wenn doch, verbreitet man sie automatisch mit. Wenn das die Musikindustrie mitbekommt, wird es schlimm. Abmahnungen und Zahlungsforderungen von 1.800 € an Privatpersonen sind keine Seltenheit. Weitere Informationen gibt es hier.


IP-Adresse

Die IP ist eine eindeutige Adresse eines Computers. Dorthin schicken andere Computer ihre Informationen - wie in einem Brief. Nur schneller. Nun kann ein Computer eine Adresse in der Form "12345 Berlin, Müllerstraße 34, 3. OG links bei Schultze im Kinderzimmer" nicht gut verstehen. Darum hat man sich geeinigt, alle Computer im Internet so zu adressieren, dass die Computer damit gut klarkommen. Sie haben deshalb die Form 109.237.140.6 - also 4 Blöcke mit Zahlen bis je 255. Das heißt IP-Adresse ("IP" steht für Internet Protokoll).
Damit sich auch die menschlichen Nutzer die Adressen besser merken können, haben Computer mit einem besonderen Angebot parallel dazu einen so genannten Hostnamen - in diesem Falle "kanzlei-thomas-meier.de". Computer, die keine Dienste anbieten, empfangen ja nur "Post" von anderen Computern. Darum brauchen sie einen solch verständlichen Namen nicht - z.B. der bei Herrn Schultze im Kinderzimmer. Der hat nur die IP-Adresse.

Nun gibt es aber mehr Nutzer-Computer als verfügbare Adressen. Zugleich sind nicht immer alle Leute gleichzeitig online. Darum teilen sich mehrere Computer über den Tag hinweg eine IP-Adresse, wenn sie sie gerade brauchen - bei den allermeisten Providern wie z.B. t-online. T-Online hat einen großen Vorrat an IP-Adressen. Dort bekommen die Computer eine von vielen gerade verfügbaren IP-Adressen zugewiesen. Der Computer von Herrn Schultze kann beispielsweise heute Morgen eine andere IP haben als noch vorgestern Abend. Darum nützt es auch nichts nachzuprüfen, ob man heute die selbe IP wie in einer Abmahnung hat.

Provider

Anbieter von Internetdiensten. [juristisch unscharf:] In der Regel der Anbieter, der Verbrauchern den Zugang ins Internet verschafft, z.B. T-Online, Alice, O2, Arcor und viele andere oder auch Handyanbieter - für die Datenverbindung z.B. zum iPhone.


Kommentare 

 
-1 #2 Rechtsanwalt Meier 2011-05-04 07:03
Das war kein Tippfehler, das war ein Wortspiel ;-)

Danke für den Hinweis, der Fehler ist berichtigt.
 
 
-1 #1 FTA 2011-05-03 20:06
böser Tippfehler in der überschrift

Tauschbö(r)se
 
Aktualisiert ( Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 07:02 Uhr )
 
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SchwachPerfekt 
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